Wenn man(n) ein Lymphödem hat. Teil 1

Ein Blogbeitrag von Jörg

Meine Lymphödem-Historie

Erst mal etwas zu meiner Person. Mein Name ist Jörg Richter und ich komme aus dem beschaulichen Neuwied am schönen Mittelrhein. Ich bin 46 Jahre alt und seit 20 Jahren glücklich verheiratet. Unsere Tochter ist mit ihren 16 Jahren mittlerweile Gott sei Dank aus dem gröbsten raus.

Mit meinem sekundären Lymphödem ging es 2009 im Sommer los. Man vermutet durch einen Mückenstich habe ich ein Erysipel am linken Bein entwickelt. Leider wurde dieses gar nicht als solches von meinem Hausarzt diagnostiziert. Ich bekam ein paar Rivanol Umschläge, Antibiotika und wurde 2 Wochen krank geschrieben. Irgendwann war dann die Entzündung abgeklungen und irgendwie waren meine Beine gestaut. Dann begann die Wanderung von einem Facharzt zum anderen. Kardiologe, Urologe, Phlebologe, Hautarzt und noch einige Fachrichtungen mehr, welche mich alle auf den Kopf gestellt haben aber keine Erklärung für das „Wasser“ in den Beinen fanden.

Der Phlebologe verordnete mir ein paar Rundstrickstrümpfe und Lymphdrainage. Mein eigenes Wissen über das Lymphödem war zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich gegen Null und es interessierte mich auch nicht, da ich keine Schmerzen in den Beinen hatte und sie mich auch nicht einschränkten bspw. in meinem Hobby dem Wandern. Also zog ich los zum Sanitätshaus meines Vertrauens wo ein Bekannter von mir beschäftigt ist. Auch hier war leider zu diesem Zeitpunkt das Wissen über Lymphödeme irgendwie noch so gar nicht vorhanden, ansonsten hätte man hier wohl interveniert bezüglich der Rundstrick Versorgung. Ich bekam also meine Strümpfe, schick im Business-Schwarz und ging einmal pro Woche zur Lymphdrainage. Da die Lymphdrainage Termine immer nach Feierabend waren habe ich dann auch danach immer schön die Socken ausgelassen, Ich bin ja danach meist eh nur noch auf das Sofa umgesiedelt.

Anfangs waren die Beine morgens noch wieder dünner. Das hat aber dann irgendwann auch nachgelassen und auch die Zehen waren sehr stark betroffen. Da ich beruflich auch in der Medizinbranche bin habe ich dann irgendwann von so einem Lymphgerät gehört, wo man sich abends aufs Sofa legt, die Beine einpackt und alles wird gut. Also habe ich mir bei meinem Hausarzt ein Rezept für so ein Teil besorgt. Erst mal kam natürlich das übliche Gejammer, mein Budget und das Gerät ist doch so teurer. Mittlerweile hatte ich mich aber ein wenig mehr mit dem Krankheitsbild und den Vertraglichen Bedingungen was die Verordnungen angeht beschäftigt. Als ich meinem Hausarzt dann erklärte das es sich hierbei ja um ein Hilfsmittel handelt, diese sein Budget nicht belasten und sowieso eine Genehmigung des Kostenträgers erforderlich ist, verordnete er mich schließlich das Gerät. Also bin ich mit dem Rezept wieder zum Sanitätshaus, der Kostenvoranschlag wurde an meine Krankenkasse gestellt und auch zeitnah genehmigt. Als das Gerät kam, es war schon ein ziemlicher Trümmer, wurde erst mal auf maximaler Kompression gelympht. Viel hilft ja bekanntlich viel. Oder auch nicht. Es war unangenehm da viel zu fest. In den ersten 4 Wochen war ich auch tapfer und habe das Gerät einmal in der Woche benutzt. Der Zyklus wurde aber immer länger, es war ja umständlich das Gerät immer wieder unter dem Bett hervorzukramen, wo ich einen idealen Stauraum dafür gefunden hatte. So habe ich mich dann bis 2016 mehr schlecht als recht mit meinem Lymphödem durchgeschlagen.

 

Liebe Grüße,

Euer Jörg

 

Mehr über Jörgs Geschichte erfahrt ihr nächste und übernächste Woche in Teil 2 & 3. Seid gespannt :)

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Jörg leidet unter einem sekundären Lymphödem und teilt mit Euch seine Geschichte als Mann :). Teil 2

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