Vorbereitung für den Reha Aufenthalt

Hallo, ich möchte heute mein Wissen mit euch teilen. Um welches Thema es sich handelt ?! wisst ihr natürlich aus der Überschrift ;). Jetzt stellt sich wahrscheinlich jeder erst einmal die Frage, wer ich bin. Mein Name ist Paul, ich bin 26 Jahre alt und bin beruflich Installateur für Sanitär-,Heizung- und Klimatechnik. Seit 2014 habe ich ein Lymphödem im linken Arm und Brustbreich. Die Diagnose bekam ich im November 2014 nachdem mir alle Lymphknoten in der linken Achsel entfernt wurden. Der Grund für die Räumung war ein Malignes Melanom (Schwarzer Hautkrebs). Nach fast drei Jahren mit einem Lymphödem und einer kontinuierlichen Verschlechterung, war es Zeit für eine Reha.

Nun werden sich vielleicht einige von euch Fragen, wo man solch eine Reha beantragt. In den meisten Fällen sind die gesetzliche Rentenversicherung (Berufstätige etc.) oder die gesetzliche Krankenversicherung (Rentner etc.) die zuständigen Leistungsträger für Reha-Maßnahmen.  Nachdem man nun weiß, wer für einen Zuständig ist, muss man sich nur noch einen Antrag besorgen. Ich habe damals einfach bei der Rentenversicherung angerufen und die nette Frau hat mir sofort einen Antrag zugesandt. Wenn man den Antrag dann erhalten hat, beginnt die Arbeit. Als aller erstes führt der Weg zum Hausarzt und zur Krankenkasse (nur wenn der Antrag über die RV läuft) um die erforderlichen Unterlagen einzuholen. Danach muss man selber noch etwas tun und alle Unterlagen nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen. Als kleinen Tipp, gebt ruhig eure Wunschklinik an und fügt gegebenenfalls ein paar Bilder von eurem Ödem hinzu. Wenn ihr natürlich nicht wisst, welche Kliniken in Frage kommen, dann fragt um Rat. Ich habe das auch so gemacht und habe in dem LymphCare Forum um Hilfe gebeten. Wenn ihr das alles erledigt habt, heißt es ab zur Post und warten. Wenn ich mich recht erinnere, hat es ca. 4 Wochen gedauert. Wenn alles gut läuft, dann könnt ihr euch auf eure Reha-Maßnahme freuen. Bei mir waren es circa 5 Monate bis ich die Reise antreten durfte. Falls ihr keinen positiven Bescheid erhalten habt, dann geht in Widerspruch und gebt nicht auf. Denn ihr habt es verdient.

Was benötige ich alles ?

Als allererstes Freude, wieso Freude? Weil ihr an einen schönen Ort kommt, wo sich jemand nur mit euch beschäftigt und eurer Krankheit. Nun kommen wir mal zu den Sachen die man tatsächlich in eine Tasche packen kann. Ihr braucht viel Sportzeug, Handtücher und Kompressionsbekleidung. Eine Creme für eure Haut, weil die bei solch einer Reha-Maßnahme schon sehr strapaziert werden kann. Lockere Kleidung, weil ihr jeden Tag bandagiert werdet. Wenn ihr habt, sämtliche medizinische Unterlagen bei denen es um euer Lymphödem geht. Gegebenenfalls Nordic Walking-Stöcke mitbringen, wenn ihr welche besitzen solltet. Eventuell Badesachen und eine größere Tasche für eure Binden und andere Utensilien zum bandagieren. Macht euch vorher einen Plan, was euch die Reha bringen soll. Wollt ihr bei eurer beruflichen Situation Hilfe? Wollt ihr einfach nur eine Verbesserung eurer Lebenssituation?  Oder soll euch mal jemand richtig erklären um was es sich bei einem Lymphödem handelt  und wie man damit sein Leben meistert? Meiner Meinung nach ist das sehr wichtig, dass man für sich Ziele setzt. Aber diese Ziele sollten natürlich für euch und das Personal vor Ort machbar sein. Sonst kommt ihr frustrierter zurück als ihr hingefahren seid.

 

Welche Erwartung habe ich ?

Ich erhoffe mir Hilfe in meiner jetzigen Situation. Das heißt ich möchte wissen was passiert, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, weil es mir von Zeit zu Zeit immer schwerer fällt. Dann wünsche ich mir eine Verbesserung meines Lymphödems, dass wir es schaffen, dass mein linker Arm und linke Brust deutlich besser werden. Eine Festigung meines Wissens in Bezug auf “das Leben mit einem Ödem”. Das ich besser werde bei dem eigenständigen bandagieren und mein Lymphödem besser “kennenlerne”.

 

Euer Paul

Paul

Bei Paul wurde die Diagnose schwarzer Hautkrebs gestellt. Nachdem die Lymphknoten entfernt wurden, hat sich das Lymphödem im Arm entwickelt. Wie er seinen Arbeitsalltag als Anlagenmechaniker meistert, kannst Du Dir in seiner Geschichte anschauen.

Paul hat ein sekundäres Lymphödem im linken Arm. Die Diagnose wurde vor 3 Jahren gestellt.