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Tabukunst: das vivAetas Bodypainting-Projekt zum Thema Lip- und Lymphödem

Farbe bekennen - MIT uns reden, nicht ÜBER uns!

Anja Drosdek

Seit 2013 bin ich als Bodypainterin tätig, gemalt habe ich allerdings immer schon, nur nicht auf menschlicher Haut.

Meine Freundin war an Brustkrebs erkrankt (sie litt dadurch zusätzlich unter einem Lip-/Lymphödem) und eigentlich fing mit IHR alles an, was mit der Tabukunst zu tun hat: wir wollten gemeinsam enttabuisieren. Zeigen, was Andere verbergen, die Menschen zum Hinsehen und Nachdenken bewegen... ich bemalte ihren durch die Krankheit gezeichneten Oberkörper mit ihrem persönlichen „Positiv-Motiv“. Es folgten einige andere sehr mutige Frauen, die alle der Veröffentlichung der Fotos zustimmten. Die Resonanz war überwältigend und mir wurde klar, dass die Welt da draußen unbedingt aufgeklärt werden sollte.

Tabus brechen, mit Menschen reden... zeigen, dass Menschen mit einem sogenannten „gesellschaftlichen Makel“ ebenso wertvoll sind wie solche, die als „optisch perfekt“ gelten. Im Jahr 2014 wurde dann bei mir - nach langem Rätselraten - ein Lipödem im Stadium II diagnostiziert.

Neben der konservativen Therapie wollte ich unbedingt NOCH etwas tun, damit sich die Betroffenen besser fühlen können und zusätzlich auch Nichtbetroffene verstehen, was es bedeutet, am LIPÖDEM erkrankt zu sein.

Meine Freundin starb dann im Januar 2015 und ich erfüllte ihr den letzten Wunsch - auch ein Tabu – ich bemalte ihre Hände und Arme nach ihrem Tod. Sie wünschte sich dieses Seelenbild für ihre letzte Reise.

In mir wuchs immer mehr der Wunsch, der Gesellschaft meine Erkrankung näher zu bringen. Im gleichen Jahr war ich Teil der Veranstaltung eines Sanitätshauses mit entsprechendem Thema … ich bemalte einer Betroffenen die Arme passend zu einem ärmellosen Oberteil. Das war mein Startschuss in Sachen vivAetas „Tabukunst-Projekt Lip/Lymph“

vivAetas Bodypainting-Projekt

Was möchte ich erreichen und was beinhaltet dieses Projekt?

Die Tabukunst richtet sich an alle Menschen, denen ein wenig farbige Streicheleinheiten und ganz persönliche Aufmerksamkeit gut tut.

Das ist z.B. bei uns am Lipödem Erkrankten durch den veränderten Körper und die damit verbundene Häme, die es teilweise in der Öffentlichkeit zu ertragen gilt, ein  besonders inniger Wunsch.

Um dieser Tatsache ein Stück entgegen zu gehen strebe ich die Enttabuisierung an, denn hinter allen Inhalten und Schicksalen stehen MENSCHEN:

Wir alle.

Ich möchte nicht wegschauen, ich möchten aufzeigen, Vertrauen schaffen und Verstehen vermitteln.
Menschen zu helfen, Freude zu schenken und sie zu unterstützen, das ist mein Wunsch dabei. Es gibt viele Möglichkeiten, mit der neuen Situation, dem veränderten Körper oder einer negativen Wahrnehmung, wieder positiver umgehen zu können. Eine neue Sicht auf sich bekommen zu können. Die Tabukunst/-malerei ist eine davon.

Es ist mir besonders wichtig, das Motiv eingehend mit meinem „Model“ zu besprechen, denn es sollte immer ein sehr persönliches und vor Allem ein positives Motiv sein. Etwas, womit die Betroffenen positive Gefühle verbinden. Besondere Farben, Erlebnisse oder Themen. Immer wieder erlebe ich beim anschließenden Fotoshooting und der Sichtung der ersten Fotos lächelnde Reaktionen wie: „Was? Das bin ich? SO sehe ich aus? 

Und genau mit der Veröffentlichung dieser Fotos wird Grandioses erreicht: die Entdeckung des Mutes, mehr Selbstbewusstsein und Bestätigung genau DESHALB zu bekommen und ganz nebenbei noch die Menschen, die nichts über die Erkrankung wissen, aufzuklären. Wenn mit jedem veröffentlichten Foto nur EIN Mensch das Schubladendenken bzgl. einer korpulenten Körperform aufgibt, hab ich alles erreicht was ich wollte.

 

Anja Drosdek „vivAetas“

www.vivaetas.com

 

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