Mein Leben als Sanifee und Lipödempatientin

Mein Name ist Nina, ich bin 35 Jahre alt und habe eher durch einen Zufall von der Krankheit „Lip-/Lymphödem“ erfahren und davon, dass ich selbst betroffen bin.
So richtig machte sich die Krankheit erst 2014 während einer Diabetes Reha bemerkbar, ausgelöst durch eine extreme Stressreaktion auf die kurz zuvor gestellte Diagnose „Diabetes Typ 1“.
Seitdem habe ich diese schweren Beine mit den typischen Lipödemschmerzen.
Des Weiteren schwollen meine Finger bei Bewegung so stark an, dass sogar ein Greifen nicht mehr möglich war. Damit begann dann auch der Ärztemarathon um herauszufinden, was mit mir los war.
Erst ein gutes Jahr später und auch durch meinen Jobwechsel in ein Klinikum und den damit verbundenen Kompressionsversorgungsschulungen habe ich dann von der Krankheit „Lip-/Lymphödem“ erfahren, die dann auch kurze Zeit später bei mir diagnostiziert wurde.
Seitdem bekomme ich wöchentlich manuelle Lymphdrainage und zwei Mal im Jahr flachgestrickte Kompressionsstrümpfe in Verbindung mit einer Bermudahose. Außerdem gehe ich einmal in der Woche zur Aquagymnastik um meine Arme und Beine zu entlasten.

 

Nina Uhlenbrock

Ich bin‘s Eure Sanifee

Seit 2016 arbeite ich nun für das Sanitätshaus Gäher und kümmere mich dort in erster Linie um die komplette Kompressionsversorgung, am liebsten jedoch um die lymphatische, weil mir diese besonders am Herzen liegt.
Wenn betroffene Kundinnen für eine Beratung in den Laden kommen und mich in meinen Arm- und Beinversorgungen sehen, merkt man ihnen häufig eine Art Erleichterung an, weil sie sehen, dass sie nicht alleine sind.
Dadurch haben sie allerdings auch eine höhere Erwartungshaltung, sowohl mir als auch ihrer neuen Versorgung gegenüber.

Oftmals bin ich für die betroffenen Frauen eine verständnisvolle Ansprechpartnerin, da man beim Messen der Versorgung häufig viel Zeit miteinander verbringt und sich dabei gut austauschen kann.
Viele dieser Frauen haben niemanden mit dem sie über ihre Krankheit sprechen können. Das war auch mit der ausschlaggebende Grund, weshalb ich Mitte diesen Jahres mein Lipödem Stammtisch     “ LipLife“ gegründet habe und hoffe 2018 eine Selbsthilfegruppe zu werden.

Jede Frau sollte sich schön finden

Ich bin sehr froh, jetzt eine Sanifee bei Gäher zu sein, denn so kann ich noch Einiges zur Aufklärung unserer Krankheit, sowohl bei Mitbetroffenen als auch Ärzten, beitragen.
Am meisten liebe ich meinen Job, wenn sich die Frauen mit ihrer neuen Kompressionsversorgung bei uns zum ersten Mal im Spiegel sehen und sich SCHÖN finden! JEDE FRAU SOLLTE SICH SCHÖN FINDEN!
Ich finde es toll, dass von Seiten der Kompressionsstrumpfhersteller so viele unterschiedliche Farben, Muster und Materialien angeboten werden – keiner muss sich mehr mit Strümpfe zufrieden geben, die direkt nach Krankheit aussehen.

Abschließend möchte ich sagen, dass die letzten Jahre für mich körperlich und geistig auch sehr anstrengend waren und noch immer sind, ich aber froh und dankbar dafür bin einen sehr verständnisvollen Chef zu haben, der dem Thema „lymphatische Versorgungen“ sehr positiv und offen gegenüber steht, sodass ich viele Möglichkeiten habe Frauen zu helfen und Ideen voranzubringen.  Meine Kollegen sind mir auf der Arbeit aber das wichtigste, denn ohne sie würde ich so manch einen Tag nicht überstehen können.

Was ich mir wünsche

Wünschen würde ich mir mal eine Woche schmerzfrei zu sein und einfach Sachen zu machen, die ich so oft nicht mehr mache, weil meine Beine es nicht mehr so gut können, aber ich lasse mir trotz dieser Krankheit meine Laune nicht verderben und gehe mit guter Laune und erhobenen Kopf durch die Welt.

Ich hoffe Ihr auch…

Eure Nina