Madita_Oktoberfest_Dirndl

Hallo liebe Lymphcare Gemeinschaft,

mein Name ist Madita, ich bin 24 Jahre alt und Lipödem Patientin.
Meine Krankheitsgeschichte begann genaugenommen vor drei Jahren. Hier startete ich erneut, einen von mittlerweile unzähligen Abnehmversuchen, indem ich mich „Lowcarb“ ernährte und viel Sport machte. Zu Beginn lief alles perfekt. Ganze 10kg hatte ich in wenigen Wochen verloren, sodass die Motivation mich weiter antrieb. In der 6. Woche dann der Stillstand und stark schmerzende Beine. Meine Mutter brachte mich auf die Idee, es mal mit Lymphdrainage zu versuchen „Es regt die Durchblutung an und bringt den Köper in Schwung“, hieß es. Gesagt, getan.

Der erste Besuch in der Physiopraxis

Angekommen in der Physiopraxis begrüßte mich der Therapeut mit dem Satz „Sie sind bestimmt wegen ihrem Lipödem hier?“. Die ganzen 60 Minuten klärte mich der nette Herr auf und beantwortete mir sämtliche Fragen, die nur so aus mir heraus sprudelten. Aus der Praxis wieder im Auto, begann ich viele Jahre meines Lebens reveu passieren zu lassen. Dass meine Beine nicht der Norm entsprachen, konnte man auf den ersten Blick erkennen. Aber wie konnte es sein, dass ich seit 10 Jahren bei Ärzten, teilweise auch Fachärzten auf diesem Gebiet, ein und aus ging und es niemand für nötig hielt, mir zu sagen, was mit meinem Körper los ist?! Ich war so unglaublich wütend, ich war hilflos, ich war am Boden zerstört und andererseits machte plötzlich alles Sinn.

Ich begann mich mit der Krankheit auseinander zu setzen

Ich besuchte verschiedene Ärzte, bekam weiter Lymphdrainage, habe mich von den Zehen bis zur Taille bestrumpften lassen und machte Wassersport. Allerdings änderte es nichts an meinen Gewichtsproblemen und meinen Schmerzen. Nach wie vor versuche ich die Kompression täglich zu tragen, mache viel Sport und ernähre mich weitestgehend gesund. Besser machen, tut es das für mich leider trotzdem nicht. Ich würde mich gerne so bewegen können, wie ich es möchte. Ich würde gerne die Klamotten tragen, die ich schön finde. Ich würde gerne eine Nacht durchtanzen, ohne danach mit Schmerzen schlafen zu gehen. Ich würde mich gerne im Spiegel ansehen, ohne dabei mit den Tränen kämpfen zu müssen. Ich würde gerne das Leben führen, das andere in meinem Alter tun...
Was mir momentan als einziges wirklich gut tut, ist der Austausch mit anderen Leidensgenossen und zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Und wer weiß, vielleicht ist die Forschung irgendwann soweit, dass auch uns geholfen werden kann. Ich gebe die Hoffnung nicht auf!

Liebste Grüße

Eure Madita