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Langstreckenflug mit Lipödem - Tipps & Tricks von Madita

Ich packe meinen Koffer und nehme mit....

Hallöchen ihr Lieben,
ich spiele heute euren persönlichen Reisbegleiter und erzähle euch was bei meinen Flügen bezüglich des Lipödems nicht fehlen darf.

Für mich ging es vor kurzem in das wunderschöne Kanada. Da es bis dort kein Katzensprung ist, stand mir also ein 9-10 Stunden Flug bevor.
Hier ein paar Dinge, die mir bei Langstreckenflügen helfen.


Bauchspritzen

Wieso das? Langes Sitzen ist schädlich für unsere Venen und kann zu einem Blutgerinnsel in den Venen (Thrombose) führen. Da Lipödempatientinnen meist eine Fettgewebsvermehrung in den Beinen haben, der den Druck auf den Venen ohnehin schon erhöht, haben wir ein höheres Thromboserisiko.


Ich bin mir sicher, dass es einige von euch gibt, die Bauchspritzen vorab verweigern, was ich auch nachvollziehen kann, da es ein nicht zu unterschätzendes Medikament ist. Aber da ich vor einigen Jahren an einer Thrombose erkrankte und das nicht nochmal erleben möchte, dient es für mich als notwendige Vorbeugung und ist mit meinem Arzt abgesprochen.

 

 

Kompression

Auch die Kompression, die im besten Fall von den Zehenspitzen bis zur Taille reicht, ist für mich ein Muss.

Da Flugzeuge selten für ihre Bewegungsfreiheit bekannt sind, kommt es schon mal vor, dass man den gesamten Flug auf seinem Platz sitzen bleibt. Sei es, weil man einen Fensterplatz hat und man die Sitznachbarn nicht ständig stören will, man eingeschlafen ist, die Filme so spannend sind etc.


Somit kann es also passieren, dass unsere Beine für viele Stunden abgeknickt nach unten hängen und die Lymphe gegen die Schwerkraft ankämpfen muss. Die Kompression unterstützt sie dabei und verhindert Wassereinlagerungen und verringert auch hier das Thromboserisiko.

Beingymnastik & Bewegung

Wo wir schon mal beim Sitzen sind. Beingymnastik ist die perfekte Unterstützung für unserer Kompression. Die Beine im 90 Grad Winkel anstellen und die Füße mehrfach von den Zehenspitzen auf die Ballen rollen, so dass man es schön in der Muskulatur zu spüren bekommt. Und das am besten so oft wie möglich.

Wenn ihr allerdings die Möglichkeit habt aufzustehen und zu laufen, dann macht das. Ob es nur zur Toilette ist, oder den Gang rauf und runter. Bewegung zwischendurch ich wichtig und tut gut.

Kleidung

Zu guter Letzt schaut, dass ihr bequeme Kleidung anhabt und nichts einschneiden kann. Bei Socken angefangen, bis hin zum Hosenbund und dem BH. Eitelkeit ist hier fehl am Platz. Mein Flugoutfit ist seit Jahren das ein und selbe: Kompressionsstrumpfhose, Sporthose darüber, Sport BH und einen weiten, bequemen Kapuzenpulli.

Flugkomfort

Freie Plätze ausnutzen. Wenn ihr nachdem das „Boarding completed“ ist, freie Sitzreihen erblickt, zögert nicht lange. Man kann sich problemlos auf freie Plätze setzen und wenn man das Glück hat eine gesamte Reihe für sich ergattern, oder wenigstens einen freien Sitz neben sich. Die perfekte Möglichkeit um zwischendurch die Beine hochzulegen.

Noch etwas wichtiges, was mir lange Zeit unangenehm war. Da sich das Lipödemfett in den meisten Fällen an den Oberschenkeln und dem Gesäß ansetzt, hatte ich vor jedem Flug Angst, nicht in den Sitz zu passen. Aber auch dahingehend kann man sich im Voraus schlau machen. Zum einen kann man sich bei der Fluggesellschaft nach der Sitzbreite erkundigen (Da gibt es gravierende Unterschiede), zum anderen kann man nach einem Upgrade in die Premium Economy fragen, denn dort ist der Komfort um einiges besser (Kann aber mit zusätzlichen Kosten verbunden sein).

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Anregungen geben um eurer Zeil angenehmer zu erreichen.

 

Eure Madita

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