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Arbeiten mit Lymphödem

Gestalte Deinen Job lymphödem-freundlich!

Es wird passieren: Dein Lymphödem und Dein Job werden irgendwann zusammenstoßen. Ob es uns gefällt oder nicht, wir können unser Lymphödem nicht einfach zu Hause lassen, wenn wir zur Arbeit gehen. Umso wichtiger ist es, dass wir darauf vorbereitet sind und wissen, wie wir mit unserem Lymphödem während der Arbeit am besten umgehen.

Deshalb haben wir ein paar Tipps für Dich zusammengestellt. Sie sollen Dir dabei helfen, Deine Karriere mit und trotz Erkrankung zu steuern – egal ob Du nach einer intensiven manuellen Lymphdrainage an Deinen Arbeitsplatz zurückkehrst, einen neuen Job beginnst oder einfach nur nach weiteren Ideen suchst, um Deine täglichen Herausforderungen zu meistern.

Die schlechte Nachricht: Arbeit und Lymphödem können in Konflikt geraten

Unsere Arbeit ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und nimmt einen Großteil unserer Zeit in Anspruch. Wenn es um die Arbeit mit Lymphödem geht, zeigt sich jedoch, dass die meisten Arbeitsumgebungen nicht gerade lymphödem-freundlich sind. Diese zwei wichtigen Aspekte des Lebens können in vielerlei Hinsicht in Konflikt geraten. Eine Studie  ergab, dass sich ein Lymphödem negativ auf die Arbeit auswirken kann, da die Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaßen eingeschränkt und die Behandlung zeitaufwendig ist. Zudem spielen Schmerzen und psychischer Stress eine Rolle. Auch die Arbeit selbst kann sich negativ auf Dein Lymphödem auswirken – vor allem wenn sie folgende Tätigkeiten umfasst:

  • Schweres Heben, Ziehen oder Schieben
  • Sich ständig wiederholende Bewegungen
  • Zu langes Sitzen am Schreibtisch
  • Zu langes Stehen
  • Gefahr von Schnitt- und Schürfwunden

Die gute Nachricht: Du kannst Deine Arbeitsumgebung lymphödem-freundlich gestalten

Wenn Du ein paar Anpassungen am Arbeitsplatz vornimmst und gemeinsam mit Deinem Arbeitgeber ein geeignetes Umfeld schaffst, bekommst Du nicht nur Deine Situation in den Griff, sondern fühlst Dich dabei auch noch unterstützt. Dies kann wiederum entscheidend dazu beitragen, die psychosozialen Effekte eines Lebens mit Lymphödem zu lindern. Auf diese Weise machst Du Dein Arbeitsumfeld zu einer positiven Kraft für den täglichen Umgang mit Deinem Lymphödem!

Diese Tipps erleichtern das Lymphödem-Management bei der Arbeit:

  • Bitte Deinen Arbeitgeber um einen ergonomischen Arbeitsplatz. Außerdem kannst Du einen Stehpultkonverter und einen Fußschemel anfragen. Dann kannst Du Dein Bein hochhalten, wenn Du ein Lymphödem der unteren Gliedmaßen hast. Hast Du einen Job, bei dem Du viel sitzt? Dann mache jede Stunde einen kleinen Spaziergang – sei es nur zur Toilette, um das Büro herum oder um den Block. Das hilft, die Lymphe zum Fließen zu bringen! Stell Dir zur Erinnerung einen Timer auf Deinem Handy oder Computer ein.
  • Dein Job hält Dich viel auf den Beinen? Dann solltest Du auf Deinen Körper hören und Dich hinsetzen, wenn es nötig ist. Halte einen zusammenklappbaren Stuhl oder Hocker bereit.
  • Es gibt viele Entspannungs- und Atemübungen, die Du im Sitzen und Stehen durchführen kannst. Ein Mini-Fahrradpedal oder ein Mini-Stepper unter dem Schreibtisch sind ebenfalls gute Möglichkeiten, den Lymphfluss zu fördern. Kläre aber alle Übungen zunächst mit Deinem Lymphödem-Therapiebegleiter ab.
  • Achte darauf, dass Du genug Wasser trinkst.
  • Trage Deine Kompressionsversorgung jeden Tag. Entdecke unsere Modetipps und hol Dir coole Ideen, wie Du Kompression bei der Arbeit tragen kannst!
  • Achte darauf, dass Deine Arbeitskleidung bequem und nicht zu eng ist.
  • Vereinbare flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice mit Deinem Arbeitgeber, um Deine Lymphödem-Routinen zu erleichtern.
  • Beantrage einen Laptop bei Deinem Arbeitgeber. Dann kannst Du weiterarbeiten, wenn Du Dein Bein auf der Couch hochlegst.
  • Erörtere mit Kollegen und Vorgesetzten, ob Du Aufgaben übernehmen kannst, die sich mit Deinem Lymphödem vertragen. Besprich Deine Aufgaben auch mit Deinem Therapiebegleiter und kläre, welche davon Dich unnötig belasten könnten.
  • Vermeide Tätigkeiten, bei denen ein Schnitt- und Verletzungsrisiko besteht. Sollten diese unvermeidbar sein, trage geeignete Schutzkleidung, die Deine Haut vor Verletzungen bewahrt.

 

Für Notfälle oder wenn Du mal länger arbeiten musst, hast Du am besten immer einen persönlichen „Erste-Hilfe-Kasten“ dabei. Darin sollten sich Bandagen zum Wickeln, ein zusätzlicher Druckverband sowie Pflaster und Antiseptikum für kleine Schnittwunden befinden. Bewahre auch die Kontaktdaten Deines Therapiebegleiters darin auf.

 

Lymphödem und Versorgungsleistungen

Sollten sich die mit Deinem Lymphödem verbundenen körperlichen oder psychischen Einschränkungen so weit verschlimmern, dass Du vorübergehend oder dauerhaft nicht in Deinem Beruf oder sogar überhaupt nicht mehr arbeiten kannst, hast Du möglicherweise Anspruch auf entsprechende Versorgungsleistungen. Am besten lässt Du Dich diesbezüglich von Deinem behandelnden Arzt beraten. Du solltest auch beizeiten eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Je nach Land, in dem Du lebst, entscheiden womöglich ganz andere Standards über die Anspruchsgrundlage. Wahrscheinlich gilt es zunächst zu klären, ob Dein Zustand Dich für die gewünschten Leistungen qualifiziert. Sofern Dein Lymphödem nicht bereits als einschränkender Faktor anerkannt ist, steht ggf. ein Vergleich mit medizinisch ähnlichen Erkrankungen an, beispielsweise einer chronischen Veneninsuffizienz oder einer schweren Gelenkfunktionsstörung. In diesem Fall werden die funktionellen Einschränkungen durch das Lymphödem bewertet und die Restfunktionskapazität wird eingeschätzt. Im besten Fall erhältst Du am Ende einen positiven Bescheid bezüglich entsprechender Versorgungsleistungen.

Hast Du noch mehr Tipps für die Kontrolle eines Lymphödems am Arbeitsplatz? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Lass es uns wissen und tausche Dich mit anderen Betroffenen im LymphCare-Forum aus!

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