Kräuter trocknen und einfrieren

Anleitung

Frische Kräuter aus dem Garten sind echt etwas tolles. Wer nur Kräutermischungen aus dem Supermarkt kennt, der hat aufjedenfall was verpasst. Kräuter schmecken gut und haben viele wichtige Inhaltsstoffe. Außerdem spricht alle Welt von „Grünen Smoothies“. 

Kräuter brauchen meist nicht viel Platz. Sie wachsen sogar auf dem Fensterbrett oder auf dem Balkon. Was nicht frisch genutzt wird, kann konserviert werden. Man kann Kräuter trocknen, einfrieren oder in Essig oder Öl einlegen und haltbar machen. Nicht alle Kräuter können getrocknet werden und nicht alle eignen sich zum Einfrieren. 

Kräuter Trocknen

Das Trocknen von Kräutern ist die traditionellste Art der Konservierung. Kräuter trocknen gern luftig. Ansonsten dörren sie und dann ist das Aroma weg. Temperaturen über 42° C werden allgemein als schädlich angesehen. 

  • Trocknen ist für alle Kräuter geeignet, die mitgekocht werden, z.B. Majoran, Oregano, Thymian, Beifuß, Liebstöckel
  • Auch die Kräuter für Salatdressings können getrocknet werden
  • Die Zweige werden möglichst langstielig geerntet
  • Sie werden vorsichtig gewaschen und trocken getupft. Bei meinen Gartenkräutern, den meisten wenigstens, spare ich mir das. Sie sind nicht schmutzig. Ich pflücke lieber nach einem Regentag, wenn am nächsten Tag alles wieder trocken ist. Dann ist der Staub weg.
  • Bei Wurzeln ist das Waschen natürlich unumgänglich.
  • Kranke Pflanzenteile aussortieren.
  • Zweige zu kleinen Bündeln zusammenbinden. Man nutzt Zwirn oder auch ein Gummiband.
  • Nicht mehr, als 10 Stängel zusammenbinden!
Kräuter trocknen

Getrocknet sehen die Kräuter oft ganz anders aus als frisch. Man kann einige leicht verwechseln.

  • Wichtig ist, die Kräuterstängel nicht zu vermischen. Jedes Kraut für sich trocknen.
  • An einem warmen, dunklen, luftigen Ort mit den Zweigen nach unten aufhängen.
  • Ideal ist ein luftiger Dachboden.
  • Sie müssen 7 bis 14 Tage hängen.
  • Blätter oder Blüten werden in einfacher Lage locker zum Trocknen ausgebreitet. Gut dafür geeignet sind feine Drahtsiebe oder dünne Stoffe, die in einem Rahmen aufgespannt werden. Zeitungspapier ist ungeeignet, da die Druckerschwärze schädlich ist.
  • Man bewahrt sie am besten in einem lichtundurchlässigen Gefäß auf.
  • Wenn man den Platz hat, sollte man also die Kräuterbündel im Ganzen lassen und erst bei Verwendung zerkleinern.
  • Getrocknete Kräuter halten sich etwa ein Jahr, dann ist ihr Aroma hin.

Kräuter im Ofen trocknen

Wer keine Geduld hat oder keinen Platz, der kann Kräuter auch schneller trocknen. Im Ofen wählt man die Umluftfunktion und stellt 50° C ein. In kurzer Zeit sinkt der Wassergehalt der Kräuter von 85 auf 15 Prozent. Das sorgt für eine Intensivierung des Aromas. Diese Kräuter sollten etwas sparsamer dosiert werden. Wie oben schon geschrieben, verlieren viele Kräuter bei über 42° C große Teile ihres Aromas. Ideal ist die Methode also nicht. 

Kräuter Einfrieren

Eingefrorene Kräuter sind eine gute Sache, denn die meisten der guten Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Leider sehen aufgetaute Kräuter nicht mehr sonderlich attraktiv aus, eignen sich also nicht mehr zum dekorieren. Die Aromen, auf die es aber mehrheitlich ankommt, sind super erhalten. Man kann reichlich würzen. Ideal zum Dosieren geeignet sind Kräuter, die in Eiswürfelformen eingefroren werden. Hier kann man auch schon Kräuter mischen und einfrieren. Etwas Wasser mit in den Behälter geben und es entstehen küchenfertige Eis-Kräuter-Würfel.

Das Einfrieren ist in der Regel die schonendste Methode der Konservierung. Besonders bei Petersilie und Dill, welche beim Trocknen den meisten Gehalt verlieren, ist sie ideal. Nicht so günstig ist sie bei Zitronenmelisse und Pfefferminze. Je schneller die Kräuter nach der Ernte in den Gefrierschrank wandern, desto besser ist es. 

  • Schnittlauch, Dill, Petersilie und andere Arten mit weichen Blättern und Trieben eignen sich besser zum Einfrieren.
  • Glatte Petersilie hat nach dem Einfrieren mehr Aroma, als krause Petersilie.
  • Frische Kräuter waschen und trocken tupfen.
  • Auf einem Holzbrett fein zerhacken.
  • Gehackte Kräuter in kleineren Portionen, zum Beispiel in einem Eiswürfelbehälter einfrieren. Man gibt etwas Wasser dazu.
  • Die Würfel können beim Kochen portionsweise zu den Speisen gegeben werden.
  • Man kann auch ganze Kräutersträuße einfrieren und dann immer nur das entnehmen, was gerade benötigt wird.
  • Minze nicht klein hacken, sondern die Blätter im Ganzen einfrieren. Gehackt verlieren sie ihr Aroma.
  • Die Kräuter gefroren verwenden. Lässt man sie auftauen, zerstören die schmelzenden Eiskristalle die Zellwände und setzen die ätherischen Öle frei. Die Kräuter haben schon alles Aroma verloren, bevor sie ihre Aufgabe überhaupt anfangen konnten.
  • Basilikum eignet sich nicht zum Einfrieren. Es wird bräunlich und geschmacklos, das ganze Aroma geht verloren.
  • Auch Majoran ist nicht wirklich geeignet. Man trocknet das Kraut besser.
Kräuter in Öl

Alternative - Einlegen in Essig oder Öl

Lecker sind z.B. Dill-, Estragon- und Basilikum-Essig. Auch Melisse und andere Kräuter können so gut genutzt werden. Für Speiseöl eignen sich ebenfalls Basilikum, Oregano, Thymian, Salbei und andere Lippenblütler. Diese Art der Konservierung ist denkbar einfach. Man füllt die Kräuter in eine Flasche und überdeckt sie vollständig mit dem Essig oder dem Öl. Man sollte einen guten Wein- oder Obstessig bzw. ein kaltgepresstes Öl verwenden. Für die Essigmischung verwendet man die Kräuter am besten im Ganzen. Das sieht einfach gut aus. Für den Öl-Auszug werden sie dagegen besser zerkleinert, so geben sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe besser ab. Für Öl nutzt man ein durchscheinendes Gefäß, welches dann in der Sonne aufgestellt wird. Schon nach drei Wochen sind die Inhaltsstoffe an den Essig bzw. das Öl abgegeben. Allerdings muss regelmäßig kräftig geschüttelt werden. Das Öl sollte vor den Gebrauch gefiltert werden. 

Fazit

Kräuter sollten in keinem Haushalt fehlen. Sie sind oft das „Salz in der Suppe“. Frische Kräuter aus dem Garten sind unübertroffen. Wenn man zu viele davon hat, macht es Sinn, sie zu konservieren, damit man im Winter noch von seinem Vorrat zehren kann. Einfrieren und Trocknen sind zwei gute Methoden, die Kräuter sicher aufzubewahren. Beides sollte richtig gemacht werden, damit das wertvolle Aroma in den Kräutern erhalten bleibt. Nicht alle Kräuterarten eignen sich für beide Arten der Haltbarmachung. Manche werden besser eingefroren, mache besser getrocknet. Basilikum eignet sich für beides nicht. Aus den Blättern macht man besser Pesto. Ansonsten findet sich für jedes Kraut die richtige Methode. Viel Spaß also beim Sammeln, Pflücken und Konservieren!

 

Dein LymphCare Team