Ernährung bei verschiedenen Ödemformen

Yvonne Matthei - Ernährungsberaterin

Eine Lipödem-spezifische Diät gibt es nicht. Die gezielte Umstellung der Ernährung ist dennoch eine wirksame begleitende Therapie gegen die diffusen Schwellungen. Tatsächlich unterscheidet sich die Ernährung bei Ödemen kaum von den allgemeinen Empfehlungen für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung.

Unser Essen liefert uns Energie aber auch Bau und Schutzstoffe für den gesamten Stoffwechsel. Wir benötigen ausreichend Nährstoffe, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und eine Vielzahl von sekundären Pflanzenstoffen. Diese Antioxidantien werden u.a. benötigt um den erheblichen oxidativen Stress beim chronischen Lymphödem auszugleichen. Wenn die antioxidativen Schutzsysteme überlastet sind, ist eine natürliche und gemüsebetonte Kost sehr sinnvoll.

Besonders Selen ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, durch seine Immunsystem stärkende, antiödematöse Wirkung und der Möglichkeit die Häufigkeit von Erysipelen zu verringern. Lassen Sie dazu am besten Ihren Selenspiegel im Blut bestimmen.

Versuchen Sie Blutzucker- und Insulinspitzen zu vermeiden und ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten. Spitzenwerte und eine Insulinresistenz begünstigen Ödeme. Durch eine zuckerreiche, ballaststoffarme Ernährung steigt der Blutzucker im ungünstigsten Fall mehrmals täglich sehr schnell an und fällt schnell ab. Das Insulin folgt und gibt damit das Signal für die Lipogenese (Aufbau von Fett).

Entscheidend ist es, erst einmal die Gewichtszunahme zu stoppen, denn bei stabilem Gewicht bleibt auch ein Lipödem viele Jahre stabil. Beim Lymphödem ist die Reduktion von Übergewicht ebenfalls sinnvoll, weil die Lymphgefäße durch die Senkung des Bauchinnendruckes effektiver arbeiten können. Durch abnehmen sollte v.a. das Körperfett verringert und nicht Muskelmasse abgebaut werden.
Eine gute Durchblutung ist die Basis für die Versorgung des Gewebes einerseits sowie die Reinigung/Entgiftung andererseits.

Nach einer üppigen und fettreichen Mahlzeit kommt es zum Beispiel zu einem Lymphstau.
Der Zusammenhang von Ödem und der Ernährung ist meist indirekt. Entlang unseres Magen-Darm-Kanals befinden sich ca. 70% des gesamten Lymphgewebes. Ist der Darm über lange Zeit entzündet, kommt es hier zu einer vermehrten Bildung von Lymphe. Auf die Dauer kann dies zu einer Behinderung des Abflusses im gesamten Lymphsystem führen. Deshalb sollte, wenn vorhanden, die Behandlung des Reizdarm-Syndroms im Vordergrund stehen. Zum Thema Darmgesundheit und unserer Darmflora gibt es viele neue Erkenntnisse und wir können Zusammenhänge immer besser erklären.

Wirkungsvolle Prinzipien auf einen Blick:

  • Ausreichend Flüssigkeit, v.a. Wasser
  • Bunt & reich an Antioxidantien
  • Bekömmlich und darmgesund
  • Gemüsebetont, am besten sogar basenüberschüssig
  • zuckerarm & kohlenhydratbewusst
  • Eiweißbedarf decken
  • Fettmodifiziert
  • Achtsam essen

Jeder Mensch ist anders. Jeder Stoffwechsel, jede Ödemform und weitere Einflussfaktoren sind persönlich. Daher gibt es kein Patentrezept. Probieren Sie verschiedene Lösungsansätze aus, und finden Sie heraus was Ihnen guttut. An dieser Stelle möchte ich ein gutes Wort für qualifizierte Ernährungsberater einlegen, die eine individuelle Lösung in Betracht weiterer vorhandener Diagnosen mit Ihnen erarbeiten.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg.

Ergänzungen:

  • Fettmodifiziert bedeutet:

Meiden Sie versteckte Fette in Fleisch, Wurst, Käse, Sahne und Süßigkeiten und bevorzugen Sie mehrfach ungesättigte Fetten aus Ölen. Als Kochfett eignen sich Rapsöl oder Olivenöl und für die kalte Küche bevorzugt Leinöl, Walnussöl + 1 bis 2-Mal pro Woche Seefisch.

  • Eiweißbedarfdeckend bedeutet:

Eine erhöhte Zufuhr kann sinnvoll sein aber nicht verallgemeinert werden. Auch pflanzliches Eiweiß ist wertvoll. Im Einzelfall kann ein Verzicht auf Kuhmilch oder eine vegetarische Ernährung den Verlauf positiv unterstützen.

Kürbissuppe

Linsen-Kürbis-Suppe

Zutaten:

  • • 2 Zwiebeln
    • 2 Knoblauchzehen
    • 1 daumengroßes Stück Ingwer
    • 600 g Kürbis oder Karotten
    • 400 g Kartoffeln
    • 2 rote Paprika
    • 3 El Rapsöl
    • 1-2 gestr. El Curry
    • 800 ml Kokosmilch
    • 1 l Gemüsebrühe
    • 300 g Rote Linsen
    • 1 Apfelsine
    • Pfeffer
    • 4 Löffel Kürbiskerne zur Dekoration

Zwiebel, Knoblauch und Ingwer schälen und möglichst fein würfeln. Den Kürbis zunächst in Scheiben, dann in kleine Würfel schneiden. Die Kartoffeln schälen und in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Die Paprika waschen und klein würfeln. Das Rapsöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Ingwer darin glasig dünsten. Das Currypulver darüber streuen und unterrühren. Kokosmilch und die Gemüsebrühe zu Zwiebel gießen und aufkochen. Karotten, Kartoffeln und Paprika zugeben und alles 10 Min kochen. Die Linsen abspülen und zur Suppe geben, 10 Minuten weiter kochen. Orangensaft, Salz und Pfeffer zugeben und abschmecken.

 

:) Eine wärmende Suppe voller Antioxidantien.
Zum Beispiel hat der Kürbis besonders viel Carotin und Linsen sind reich an Eiweiß und B-Vitaminen. Curry und Ingwer, Zwiebeln und Knoblauch wirken Abwehr stärkend und entzündungshemmend.

 

Guten Appetit,

 

Yvonne Matthei