Kann man mit Ernährung wie z.B. Basenfasten oder basischer Ernährung seinen Gesundheitszustand verbessern?

Ich sage ja! - Ein Bericht von Sandra Schüppen

Ich heiße Sandra, bin 46 Jahre alt und ich habe Lip-Lymphödem II.Grades.
Die Diagnose Lip-Lymph habe ich jetzt seit über 8 Jahren und wie bei vielen von uns hat es viele Jahre gedauert bis ich die Diagnose bekam.

Mir ging es 2016 so schlecht, dass ich kaum noch laufen konnte, jeder Schritt war eine Qual und ich hatte Angst, wie es gesundheitlich mit mir weiter gehen sollte.
Viele kennen diesen Rattenschwanz….die Schmerzen zermürben dich, jede Bewegung tut weh, also bewegst du dich einfach nicht, oder nur so wenig wie möglich. Das hatte natürlich zur Folge, dass ich knapp 30 kg im Laufe der Jahre zugenommen habe und immer schwerfälliger geworden bin. Ich hatte jahrelang, 24 Stunden, rund um die Uhr Schmerzen. Selbst BTM Medikamente (Betäubungsmittel) halfen mir nicht. Mein Körper war völlig übersäuert, mein Stoffwechsel eigentlich im Dauerschlaf. Das hatte absolut nichts mit Lebensqualität zu tun. Egal bei welchem Arzt ich war, ich hörte immer das Gleiche „sie müssen unbedingt abnehmen“, nur wie konnte mir keiner sagen. Von WW über medizinische Ernährungsberatungen, FDH, Nulldiät, Formular, HCG Diät….ich hatte alles durch.

Ich war unzufrieden und unglücklich, obwohl ich eher zu den lebensfrohen Menschen gehöre, getreu meinem Motte: Schlimmer geht immer! Liebe Freundinnen rieten mir dann 2016 mich doch mal bei Dr. Deling vorzustellen. Zuerst dachte ich, ach lass es, bringt ja eh nichts, doch dann dachte ich, ach komm schaden kann es ja nicht. Gott sei Dank habe ich mir damals diesen Termin gemacht. Nach einigen Untersuchungen empfahl mir Dr. Deling das Basenfasten bzw. die basische Ernährung. Ich war skeptisch, da ich schon so viel ausprobiert hatte. Dennoch bin ich bei uns zu Hause sofort in die Bücherei und hab mir alles, was mit Basenfasten und basischer Ernährung zu tun hatte ausgeliehen. Nachdem ich dann einige Seiten gelesen hatte dachte ich dann, vergess es, dass hältst Du niemals durch. Hier sei gesagt, ich bin ein absoluter Frühstücksmensch, brauche morgens meine schwarze Brühe und hin und wieder braucht mein Seelchen eine Schoki oder Lakritze und auf Hydrocolontherapien steht ich überhaupt nicht. Na das sollte ja was geben.

Trotzdem wollte ich es versuchen und habe mich für das Basenfasten nach Sabine Wacker entschieden. Also gab es für mich nach den Entlastungstagen nur noch Obst, Gemüse, Trockenobst ungeschwefelt, Früchte, Beeren, Samen, Keime, Walnüsse, Mandel, Kartoffeln, gutes Öl und Kräuter, Kräutertee und stilles Wasser. Ja richtig, kein Getreide, keine Kohlenhydrate, kein Fleisch, keine Wurst, kein Käse nichts. Leider muss ich hier gestehen, dass mit dem Tee morgens habe ich nicht lange durchgehalten. Der Anfang war schwer, besonders da meine Familie nach wie vor ja weiter normal gegessen hat. Da war auch z.B. das Kaffee trinken u. Kuchen essen am Sonntagnachmittag eine Umstellung für mich. Ich hab mir dann während meine Beiden Kuchen gegessen haben einfach ein paar gefrorene Früchte warm gemacht und statt Schoki gab es Nüsse. An das stille Wasser musste ich mich sehr gewöhnen und ich hab viele ausprobiert, bis das ich eins gefunden hatte, was mir schmeckt. Meinen Blumen schmeckten auf jeden Fall alle. Beim Kochen musste ich mir teilweise separat was machen, da der Rest meiner Familie nicht wirklich gewillt war, als warme Mahlzeit nur Gemüse zu essen. Laut Wacker sollte man auf ein paar Dinge bei der basischen Ernährung achten, z.B. nicht mehr wie drei Sorten Obst oder Gemüse, ab 14 Uhr keine Rohkost mehr. Obst nur bis mittags und am Bestens abends gedünstetes Gemüse oder eine leichte Gemüsesuppe.

Am Anfang wusste ich auch nicht so recht, wie ich das Ganze angehen sollte, denn in den Büchern waren viele Rezepte wo ich mich schon beim Lesen kräuseln musste. Also habe ich erstmal morgens mit einer Banane angefangen, denn oft muss es ja gerade morgens schnell gehen und ich hatte nicht wirklich Lust in aller Herrgottsfrühe, wo meine Augen es eh kaum schafften auf zu bleiben, mir einen Obstsalat oder Porridge herzurichten. Aber auch das änderte sich mit der Zeit. Aus nur einer Banane wurden dann irgendwann eine Banane, ein Apfel ein paar Trauben oder getrocknete Cranberries (natürlich nicht mit Zucker sondern mit Ananassaft gesüßt) mit Erdmandelflocken. Die Flocken haben einen nussigen süßlichen Geschmack und man kann sie auch prima für Porridge oder zum Backen benutzen. Schön war, dass ich bereits nach den ersten paar Tagen auf der Waage etwas merkte und nach ca. 14 Tagen merkte ich gesundheitlich langsam eine Veränderung. Die Schmerzen wurden von Woche zu Woche weniger, ich konnte die Schmerzmittel reduzieren und irgendwann ganz weg lassen. Ich wurde beweglicher und hatte fast schon so was wie Bewegungsdrang. Strenges Basenfasten habe ich vier Monate gemacht, seit dem ernähre ich mich zu 90% basisch. Angefangen habe ich im Juli 2016 und im Februar 2017 waren 22 kg weniger auf der Waage. In der Reha im März 2017 wurden meine Maße mit denen aus 2014 verglichen und ich hatte 10 cm Körperumfang verloren. Ich kasteie mich heute nicht und ja ich esse hin und wieder auch normal oder trinke auch mal Alkohol, aber danach wird wieder umgezwitscht.

Ich kann allen Lipimädels nur wärmstens Empfehlen, probiert es wenigstens mal aus. Vieles ist reine Kopfsache und hey ja ihr müsst auch den inneren Schweinehund überwinden und ich weiß, der ist sehr hartnäckig!

Seid lieb gegrüßt,

Eure Sandra