Schwimmen - die optimale Sportart

Nicht nur bei einem heißen Sommer

Der Sommer hat es in sich. Die Temperaturen steigen, selbst nachts gibt es kaum Abkühlung. Viele stellen sich die Frage, ob Sport zu dieser Jahreszeit überhaupt machbar ist. Und wenn ja, welche Sportart ausgeübt werden darf und ob Sport evtl. sogar schädlich ist?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass sportliche Aktivität zu jeder Jahreszeit sinnvoll und gut ist. Hier kommt es dann immer auf die Sportart und Dosis an. Speziell jetzt im Sommer ist natürlich auch die Uhrzeit für das Training entscheidend. Gerade die heißen Zeiten sollte man meiden.

Warum sollte ich auch im Sommer Sport machen?

Bewegung ist eine der fünf Säulen der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Durch sportliche Aktivität regst du deine Lymphangione an, den Transport der Lymphflüssigkeit zu aktivieren bzw. zu steigern. Um das ganze Jahr über fit und gesund zu sein, ist ein regelmäßiges Training wichtig.

Welche Sportart ist die richtige für mich?

Jeder hat andere Vorlieben im Bereich des Sports. Wichtig ist, dass du Spaß an der Sportart hast. Wenn du eher unsportlich bist und jetzt gerne mal anfangen möchtest, probiere dich aus. In Fitnessstudios oder Vereinen gibt es häufig die Möglichkeit eines Probetrainings. Anbieter haben häufig diverse Kurse im Plan. Schaue, was dich anspricht. Häufig ist die Sympathie zu deinem Trainer auch der Indikator dafür, ob du dich für eine Sportart oder einen Kurs entscheidest. Denk nicht zu viel drüber nach, mach einfach!

Was passiert in meinem Körper bei sportlicher Aktivität im Sommer?

Bei höheren Temperaturen ist unser Herz-Kreislauf-System auf Hochleistung programmiert, um einer Überhitzung entgegen zu wirken. Es wird mehr Blut in die Extremitäten geleitet. Durch vermehrtes Schwitzen reguliert unser Körper dann unsere Körpertemperatur, indem er Wärme über die oberflächlichen Hautschichten abgibt. Die Muskulatur hingegen wird bei sommerlichen Temperaturen weniger mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist somit gemindert. Wir fühlen uns schneller erschöpft. Deshalb ist - je nach Trainingsstand -  ein individuelles Training wichtig.

Was sollte ich im Sommer beim Ausüben von Sport beachten?

Je nach Trainingsstatus und Konstitution ist ein Training Level bei unterschiedlichen Temperaturen möglich. Wichtig ist, dass du deinen Körper kennst und auf die Signale hörst. Übertreibe nicht und sprich mit deinem Trainer. Steigere dich nur langsam und übertreibe nicht. Achte dringend auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr.

Warum ist Schwimmen eine gute Sportart für Lymph- und Lip-Patienten?

Eine Erfrischung bei dem Wetter tut den meisten von uns gut. Vielleicht gehst du schon regelmäßig schwimmen oder überlegst du noch, ob Schwimmen etwas für dich wäre? Aqua Jogging, Aqua Fitness oder Aqua Cycling sind weitere Beispiele für Sportarten im Wasser. Die Kosten einiger Kurse werden teilweise von der Krankenkasse übernommen. Frag doch einfach mal bei deiner Krankenkasse nach.

Kompression unter Wasser

Training im Wasser ist eine effektive Möglichkeit den Transport deiner Lymphflüssigkeit zu steigern. Der hydrostatische Druck vom Wasser übt eine Kompression auf dein Gewebe aus, ähnlich wie bei einer Lymphdrainage. Wobei die Manuelle Lymphdrainage dadurch nicht ersetzt werden kann.

Schmerzreduktion

Gelenkschonend

Je mehr unsere Muskeln in Balance sind (gekräftigte und zugleich entspannte Muskulatur), desto weniger Belastungen liegen auf unseren Gelenken. Zudem fühlt sich der Körper auf Grund des Auftriebs im Wasser leicht und beweglich an. Wir tragen lediglich 1/10 unseres Körpergewichts im Element Wasser. Das Training ist somit sehr gelenkschonend.

Training für den gesamten Körper

Beim Schwimmen wird der gesamte Körper trainiert. Es ist eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining. Abhängig vom Schwimmstil werden die entsprechenden Muskeln unterschiedlich stark aktiviert und können von dir bewusst aktiviert werden. Der Wasserdruck, der wie eine Massage wirkt, hat einen zusätzlich positiven Effekt auf deinen Körper.

Training für dein Herz-Kreislauf-System

Durch Ausdauersportarten, wie Schwimmen wird unser Kreislauf aktiviert. Der hydrostatische Druck wirkt auf die Blutgefäße, die an der Hautoberfläche liegen. Diese werden komprimiert. Dein Herz und dein Kreislauf arbeiten vermehrt gegen diesen hohen Druck an. Mehr Energie muss für deine Muskeln bereitgestellt werden. Schwimmen ist deshalb ein sehr gutes Training für deinen Herzmuskel, denn das Herz muss schneller und stärker schlagen, um genügend Sauerstoff und Nährstoffe durch deinen Körper zu transportieren. Das Blut wird vermehrt in den Brustkorb gepumpt. Beim regelmäßigem Training wird das Herzvolumen gesteigert. Das Herz schlägt ruhiger und gleichzeitig kräftiger, dein Körper ist somit leistungsfähiger.

Training des venösen Systems

Der hydrostatische Druck sorgt zudem für ein optimales Training deiner Venen. Durch die Aktivierung der Muskel-Venenpumpe beim Schwimmen (besonders beim Kraul-Beinschlag) werden die Beine vermehrt durchblutet. Der Wasserdruck sorgt für ein besseres Schließen der Venenklappen. Der Rücktransport des venösen Blutes zum Herzen wird verbessert.

Training der Atemmuskulatur

Durch den veränderten Atemrhythmus und das tiefere Atmen beim Schwimmen, wird deine Atemmuskulatur zusätzlich trainiert.

Gewichtsreduktion

Schwimmern ist ein Kalorien-Killer. Um in den Bereich der Fettverbrennung zu kommen, muss du ca. 2/3 deines eigenen Maximalpulses erreichen. Deine Muskulatur wird trainiert und bei regelmäßigen Intervallen wird auch dein Grundumsatz erhöht. Das bedeutet, dass dein Körper mehr Kalorien in Ruhe verbraucht. Folglich sinkt dein Blutdruck. Dies führt zur Schonung deiner Gelenke.

Welcher Schwimmstil ist der richtige für mich?

Wichtig ist zunächst, dass du Spaß an der Sache hast. Wenn du regelmäßig schwimmen gehst, hat das sicherlich auch immer mit einer Disziplin zu tun, das ist wie bei jeder Sportart. Achte darauf, dass du die Technik richtig ausführst. Falls du die Technik nicht beherrscht, buche ein Technik-Training. Es ist in jedem Fall sinnvoll. Auch wenn du davon ausgehst richtig zu schwimmen, du wirst immer etwas dazu lernen. Beim Brustschwimmen ist im Allgemeinen darauf zu achten, dass du den Kopf mit in das Wasser tauchst und nicht überstreckst. Die Wasserlage ist auch entscheidend für die Belastung deiner Lendenwirbelsäule. Meide das Hohlkreuz und versuche parallel zur Wasseroberfläche zu schwimmen. Bei der richtigen Ausführung des Kraul- und Rückenschwimmens werden die Gelenke ebenfalls wenig belastet. Auf die optimale Wasserlage ist auch hier zu achten. Versuche beim Kraulen einen Dreier-Arm-Rhythmus zu schaffen (rechts-links-rechts, auf der linken Seite einatmen, links-rechts-links, auf der rechten Seite einatmen). Da bei dem Stil werden grundsätzlich schneller und mehr Kalorien verbraucht als beim Brustschwimmen.

Sollte ich grundsätzlich etwas beim Schwimmen beachten?

Wähle keine Warmbade-Tage. Meide Wassertemperaturen ab 33 Grad, da eine Überwärmung im Körper zu vermehrten Bildung von Lymphflüssigkeit führt.  Das Wasser sollte angenehm kühl sein, Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad sind hier zu empfehlen. Achte auf den Schwimmstil und die richtige Ausführung der Technik. Buche vorab ein Schwimm-Training. Später macht ein regelmäßiges Überprüfen durch einen Trainer Sinn. Fängst du gerade mit dem Schwimmen an, steigere deine Trainingseinheit langsam und übertreibe nicht. Sprich auch hier mit deinem Trainer.

 

Dein LymphCare-Team wünscht dir viel Spaß!