Infektionen können im Zusammenhang mit einem Lymphödem eine Komplikation darstellen

Zwar sind Infektionen für jeden Menschen gefährlich, besonders jedoch für Menschen mit einem Lymphödem. Achte darauf, dass Schnitte, Kratzer und Insektenstiche sofort gereinigt und verbunden werden. Dies kann eine mögliche Infektion verhindern. Es bietet sich an, ein kleines Erste-Hilfe-Set stets mit sich zu tragen.

Arten von Infektionen:

  • Pilzinfektionen: Die anfälligsten Stellen für Pilzinfektionen sind Hautfalten. In diesen kann sich Feuchtigkeit durch Schweiß ansammeln. Das Pilzwachstum wird damit begünstigt. Pilzinfektionen können auch das Risiko für bakterielle Infektionen erhöhen und dadurch die Wundheilung verzögern. Es ist wichtig, diese Hautfalten sauber und trocken zu halten.
  • Erysipel (bakterielle Infektion): Das Erysipel ist eine bakterielle Infektion der oberen Hautschicht und Lymphwege. Bei dieser Art von Infektion stellen sich schnell Rötungen, Schwellungen und Hitzebildung ein. Außerdem kann es zu Fieber und Schüttelfrost kommen.
  • Zellulitis: Zellulitis ist eine Entzündung des Unterhautgewebes. Ähnlich wie bei dem Erysipel, weist Zellulitis Symptome wie Rötung, Wärmebildung und Ödeme auf. Diese Infektion kann mit einem oralen Antibiotikum behandelt werden. Schwere Entzündungsvorfälle sind oftmals mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden, da sie eine intensive Behandlung erfordern.
  • Lymphangitis: Die Lymphangitis ist eine Entzündung der Lymphgefäße. Solche Infektionen entstehen normalerweise, wenn Bakterien durch eine offene Wunde oder einen Schnitt den Körper befallen und in den Lymphgefäßen zirkulieren. Bei einer Lymphangitis bilden sich rote Streifen auf der Haut und müssen umgehend mit Antibiotika behandelt werden.

Andere Zustände, die mit einer Infektion verwechselt werden können:

  • Kontaktdermatitis: Allgemein juckende, gerötete, entzündete Haut aufgrund einer allergischen Reaktion durch den Kontakt mit einem Fremdstoff. Eine Kontaktdermatitis kann auch durch Druck entstehen.
  • Gichtanfall: Eine extrem schmerzhafte Arthritis, die in der Regel in einem Gelenk beginnt. Meistens im großen Zeh, im Knöchel oder im Knie. Ein akuter Gichtanfall kann zu Schwellungen, Rötungen und starken Schmerzen führen und ist leicht mit einer Infektion zu verwechseln.
  • Vaskulitis: Entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße.
  • Insektenstich: Insektenstiche können zu entzündlichen Veränderungen mit oder ohne Infektionen führen. Manche Insekten sondern Giftstoffe ab, die infektionsartige Symptome hervorrufen können.
  • Phlegmasia rubra dolens: Die Phlegmasia rubra dolens zeichnet sich durch eine plötzliche, schmerzhafte Schwellung einer Extremität mit Rotfärbung der Haut aus, die häufig mit Zellulitis verwechselt wird. Eine Methode zur Unterscheidung der Phlegmasia rubra dolens von einer normalen Infektion ist die ungewöhnlich symmetrische Rötung und die Wirkungslosigkeit von Antibiotika. Wenn Sie längere Zeit mit Antibiotika behandelt wurden und keine Besserung eingetreten ist, haben Sie möglicherweise eine Phlegmasia rubra dolens und keine Zellulitis.
  • Follikulitis: Die Follikulitis ist eine Entzündung der Haarfollikel (ist der Bereich, aus dem das Haar aus der Haut austritt). Sie charakterisiert sich durch kleine rote Punkte an der Basis des Haarfollikels. In der Regel wird sie durch eine Reizung verursacht, kann aber auch durch Bakterien oder Pilzinfektionen entstehen. Eine sorgfältige Hauthygiene und die Vermeidung von Reibung können das Risiko einer Follikulitis reduzieren.
  • Intertrigo: Intertrigo entsteht durch Feuchtigkeit und tritt normalerweise zwischen den Zehen und in Hautfalten auf. Es bildet sich eine weißliche Mazeration und die obere Hautschicht löst sich. Zur Behandlung werden die Hautstellen mit milder Seife gewaschen und sorgfältig getrocknet. Intertrigo kann zu einer Pilz- oder bakteriellen Infektion führen, wenn eine Behandlung nicht sofort erfolgt.

Vorgehensweise, wenn der Verdacht einer Infektion besteht:

  1. Wende Dich umgehend an Deinen Arzt.
  2. Zeichne eine Linie um den roten Bereich und notiere das Datum und die Uhrzeit. So kannst du auf einfachem Weg verfolgen, ob es sich ausbreitet und wenn ja, wie schnell. 
  3. Überwache den betroffenen Bereich sorgfältig. Denke daran, ihn mehrmals täglich zu überprüfen. Solange, bis die Infektion unter Kontrolle ist und die Behandlung positiv abgeschlossen wurde.
  4. Manuelle Lymphdrainage (MLD) einstellen. Führe keine MLD selbst durch, bis Dein Arzt Dir sagt, dass Du wieder damit anfangen kannst. Selbst durchgeführte MLD können Infektionen und Entzündungen auf das Lymphsystem ausbreiten und die Behandlung zusätzlich erschweren.
  5. Antibiotika. Wenn eine Infektion im Zusammenhang mit einem Lymphödem auftritt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Dir Dein Arzt Antibiotika verschreibt. Falls Du sehr anfällig für Infektionen bist, oder eine Reise ins Ausland planst, frage deinen Arzt um ein Rezept zur Vorbeugung.
  6. Gib Deinem Arzt Bescheid, sobald die Schwellung zunimmt. Kläre ab, ob weitere Behandlungsschritte notwendig sind.

Das Infektionsrisiko minimieren:

  1. Eine gute Hautpflege ist sehr wichtig. Die Haut sollte mit Wasser und Seife gewaschen werden. Verwende Cremes mit einem hohen Anteil an Feuchtigkeit, damit die Haut geschmeidig bleibt. Rissige Haut kann als Eingang für Bakterien dienen und somit das Infektionsrisiko erhöhen. Beachte, dass die Luft im Winter oft trockener als normal ist.
  2. Halte Hautfalten und Zehenzwischenräume immer sauber und trocken. Viele Patienten nutzen Hautschutzcremes und/oder Gaze, damit die Haut Feuchtigkeit aufnehmen kann, aber auch um das Risiko einer Infektion zu vermindern.
  3. Halte deine Kompressionsstrumpfversorgungen, Bandagen und Verbände immer sauber.
lymphedema related cellulitis infection

Zellulitis

Lymphedema Rubra Infection

Phlegmasia rubra dolens

insect bite

Insektenbiss