Allgemeine Grundsätze zur Pflege und Behandlung einer Wunde!

Die Wundpflege hat sich in den letzten 20 Jahren stark weiterentwickelt und heutzutage haben Patienten weitaus mehr Behandlungsoptionen und eine allgemein besserer Heilungsprozess als in der Vergangenheit. Wunden werden durch äußere Verletzungen oder durch körpereigenen Abbau der Haut verursacht und gelten als "akut", wenn sie neu sind. Eine Wunde gilt als "chronisch", wenn die Heilung nach 3-4 Wochen nicht „normal“ voranschreitet. Damit eine Wunde ungestört heilen kann, muss das Wundbett frei von abgestorbenem Gewebe und Bakterien sein und ausreichend durchblutet werden. Eine der modernsten Behandlungsmethoden ist es, das Wundbett feucht zu halten und somit das Austrocknen und eine Schorfbildung weitestgehend zu verhindern. Weiterhin wird überschüssiges Sekret aufgenommen und gleichzeitig die Wunde vor äußeren Einflüssen und Keimen geschützt. Insgesamt trägt dies zur Beschleunigung der Wundheilung bei. 

 

Was solltest Du zu Hause bei Deiner Wundversorgung beachten?

  1. Halte deine Wunde sauber. Falls Dein Arzt es Dir nicht anders verordnet, spüle die Wunde mit einer sterilen Kochsalzlösung aus. Falls Du keine Kochsalzlösung zur Hand hast, kannst Du auch sauberes Leitungswasser verwenden. Es ist sehr wichtig, dass das Wundbett sauber gehalten wird. Mit Hilfe der sterilen Kochsalzlösung können Bakterien entfernt werden. Die Verwendung anderer Mittel wie Jod oder Desinfektionslösungen sind in der routinemäßigen Wundversorgung allgemein nicht notwendig und können die Wundheilung unter Umständen sogar verzögern.
  2. Decke Deine Wunde mit einem sauberen oder sterilen Verband ab. Wähle Verbände, die das Wundbett feucht halten, trotzdem aber für das Aufsaugen des Wundsekrets sorgen. Dein Therapeut oder Arzt kann Dir auch bei der Auswahl des geeigneten Verbandmaterials behilflich sein.
  3. Wenn die Heilung Deiner Wunde nicht fortschreitet oder diese sich sogar verschlechtert, solltest Du dennoch unverzüglich Deinen Arzt aufsuchen.

 

Was bedeutet Debridement der Wunde?

Ein Debridement ist ein medizinisches Verfahren zur Entfernung von abgestorbenem, beschädigtem oder infiziertem Gewebe im Wundbett. Abgestorbenes Gewebe kann den körpereigenen Heilungsprozess der Wunde stark beeinträchtigen. Debridements werden in verschiedenen Formen zur Förderung der Wundheilung durchgeführt. Dein Arzt wird entscheiden, welche Methode zu Deiner Wundheilung am besten beiträgt.

 

Welche Art von Wundverbänden werden angeboten?

Die Auswahl des geeigneten Wundverbandes kann einen großen Einfluss auf den Heilungsprozess haben. Unter anderem kann dieser die Heilung vorantreiben aber auch dir Narbenbildung gering halten. Nicht jeder Verband ist für alle Wunden geeignet und oftmals muss im Laufe des Wundheilungsprozesses unterschiedliches Verbandmaterial verwendet werden. 

Zu den grundlegenden Wundverbänden zählen:

  • Hydrogels können bis zu 90 % Wasser enthalten. Diese Verbände versorgen das Wundbett mit Feuchtigkeit.
  • Hydrokolloide sind Vliesverbände, die für eine feuchte Heilungsumgebung sorgen und die Wunde vor Bakterien schützen.
  • Schaumverbände schützen das Wundbett und manche sind besonders saugfähig (vor allem Schaumverbände, die superabsorbierende Partikel enthalten).
  • Silberhaltige Verbände haben eine antimikrobielle Wirkung und können helfen, die Keimbelastung im Wundbett zu reduzieren.
  • Sorbact® ist eine neue Technologie, die Keime an die Sorbact Oberfläche bindet. Mit jedem Verbandwechsel werden die gebundenen Wundbakterien mit der Auflage entfernt.
  • Kollagen-Wundauflage ist ein Verbandtyp mit Kollagen, dem am meisten verbreiteten Protein im menschlichen Körper, diese werden oft auf sauberen, granulierenden Wunden eingesetzt.

 

Anzeichen einer Wundinfektion

Alle Wunden haben eine bakterielle Besiedlung, was aber nicht direkt bedeutet, dass die Wunde infiziert ist. Die Wunde kann noch immer ohne weitere Komplikationen heilen. Eine Infektion entsteht erst dann, wenn sich die Bakterien zunehmend vermehren. Suche Deinen Arzt auf, wenn Anzeichen einer Infektion auftreten. 

Zu den klassischen Anzeichen einer Infektion zählen:

  • Starke Schmerzen rund um das Wundbett
  • Rötung oder Wärme
  • Aus dem Wundbett austretender Eiter
  • Starke Geruchsbildung aus der Wunde
  • Spannungsgefühl oder Anschwellen der Haut rund um die Wunde

Im weiterem schweren Verlauf können sogar Symptome wie Fieber, Schüttelforst oder grippeähnliche Symptome auftreten.

 

Was bedeutet die Erkrankung chronische venöse Insuffizienz und Ulzeration?

Chronische venöse Insuffizienz (CVI) bezeichnet eine chronische Venenkrankheit, bei der die Gliedmaßen der Beine anschwellen. Durch den erhöhten Druck in den Venen kann eine venöse Ulzera entstehen. Dies ist eine tiefe, schlecht heilende Wunde, auch "offenes Bein" genannt. Um die venöse Ulzera heilen zu können, wird die Kompressionstherapie und eine sorgfältige Wundbehandlung eingesetzt. Geschieht dies nicht, tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Krankheit erneut und verstärkt auf. Es ist daher äußerst wichtig, dass Du dem Rat und den Empfehlungen Deines Arztes mit größter Sorgsamkeit nachkommst.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen über die CVI erhältst Du unter www.jobst.de.

Besuche www.bsnmedical.de für eine vollständige Auflistung der erweiterten und akuten Wundpflegeprodukte, einschließlich der Cutimed® Sorbact® -Produktfamilie mit der DACC-Technologie.