Sport beim Lymphödem

Körperliche Bewegung regt den Lymphfluss an. Durch das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung der Muskulatur wirken unterschiedliche Druckverhältnisse auf Deine Lymphgefäße. Dies führt zu einem deutlich gesteigerten Lymphfluss. Durch regelmäßige Trainingseinheiten wird zudem der Körperfettanteil gesenkt, Kraft aufgebaut sowie Glückshormone ausgeschüttet und Stresshormone abgebaut.

Wenn es um Bewegung für dich als Lymphpatient geht, dann muss zunächst die Ursache deines Lymphödems betrachtet werden. Handelt es sich um ein primäres oder um ein sekundäres Lymphödem.

Primäres Lymphödem

Wenn du ein primäres Lymphödem hast, solltest du darauf achten, dass du zunächst dein Trainingsniveau kennst und dementsprechend dein Trainingslevel erhältst bzw. langsam und dosiert steigerst. Gerade am Anfang bietet es sich an, dass du einen Therapiebegleiter (Arzt, Physiotherapeut, etc.) einschaltest. Zusammen mit ihm kannst du herausfinden, welche Sportart zu dir passt und wie dein Trainingsplan gestaltet werden kann. Er kann dir die korrekte Ausführung der Technik zeigen, so dass du das Training effektiv und gelenkschonend ausführen kannst.

Sekundäres Lymphödem

Bei einem sekundären Lymphödem muss zunächst die direkte Diagnose betrachtet werden und mit dem Therapiebegleiter das weitere Vorgehen betrachtet werden. Handelt es sich um eine Krebserkrankung, wobei bspw. Lymphknoten entfernt wurden, sollte schon sehr früh eine spezielle Physiotherapie aufgesucht werden. Hier geht es zunächst darum, dass Schmerzen gelindert und die ursprüngliche Bewegung widerhergestellt wird, um dann das Bewegungsausmaß zu steigern und die Kraft aufzubauen. Nach operativen Eingriffen sollte evtl. an eine spezifische Narbentherapie gedacht werden. Patienten mit Verbrennungen benötigen eine bestimmte Narben- und Wundtherapie bekommen.

Welche Sportarten kann ich ausführen?

Vielen Lymphpatienten hilft es, wenn sie auf gelenkschonende Sportarten wie z.B. auf Schwimmen, Faszientraining, Aquajogging, Aquacycling, Radfahren, Yoga oder Walken zurückgreifen. Bei Sportarten im Wasser sorgt der Wasserdruck für eine Anregung der Lymphflüssigkeit. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu warm ist und meide speziell Warmbadetage, Wasserdüsen etc.

Beim Nordic Walking wird durch die Pumpbewegung Deiner Hand und Deiner großen Laufschritte die Muskel-Venen-Pumpe effektiv trainiert. Abrupte Bewegungen wie z.B. beim Tennis können Deinem Körper eventuell nicht gut tun. Bei Kräftigungsübungen bietet es sich an, zunächst mit Deinem eigenen Köpergewicht zu arbeiten und langsam die Wiederholungszahl zu steigern. Erschwere das Gewicht nur in Absprache mit Deinem Therapiebegleiter.

Nutze auch den Einsatz deiner Atmung bei der Bewegung. Denn auch die richtige Atmung sorgt für einen optimalen Lymphabtransport. Frage auch hier deinen Therapiebegleiter.

Übergewicht ist schädlich für ein Lymphödem. Lymphbahnen und Lymphknoten können durch übermäßiges Gewicht abgedrückt werden, wodurch ein Lymphödem entstehen bzw. gefördert werden kann. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde und ausgewogene Ernährung sind deshalb wichtig.

Sport mit Kompression regt den Lymphfluss an

Achte darauf, dass du beim Sport einen Kompressionsverband oder eine flachgestrickte Kompressionsstrumpfversorgung trägst. Dein Lymphfluss wird dadurch zusätzlich anregt. Durch die von außen wirkende Kompression wird dem Muskel geholfen, die Lymphflüssigkeit in den Lymphgefäßen aus den Gliedmaßen hochzudrücken und abzutransportieren. Bitte beachte, dass Schweiß Deine Kompressionsstrumpfversorgung angreifen kann. Damit die Garne nicht übermäßig strapaziert werden, empfehlen wir Dir eine ältere Versorgung für Deine sportliche Aktivitäten anzuziehen.

Grundsätzlich gilt immer: Jeder ist individuell und benötigt eine bestimmte Trainingsform. Bevor Du jedoch mit dem Sport beginnst, solltest Du mit deinem Therapiebegleiter Rücksprache halten, denn nicht alle Sportarten sind für jeden geeignet. Höre auf deinen Körper. Schaue, was dir Spaß bringt und was deinem Körper gut tut. Halte Dich stets an das Motto: „Langsam anfangen, langsam steigern!“ Lasse Deinem Körper und Deinem Lymphsystem Zeit, sich auf die neue Art von Bewegung einzustellen. Wenn Du vor Deiner Erkrankung bereits viel Sport getrieben hast, wird es Dir vermutlich umso schwerer fallen, einen Schritt zurück zu gehen. Beobachte Deinen Körper gut, Du kennst ihn am besten und stellst negative Entwicklungen am ehesten fest. Wenn Du Symptome wie Schmerzen, Schweregefühl, Kribbeln oder Unwohlsein während oder nach den Übungen bekommst, solltest du das Training abbrechen. Vielleicht hast Du zu viel Sport gemacht. Kontaktiere unbedingt deinen Therapiebegleiter.

Fordere Dich, Deine Krankheit und Deine Komfortzone heraus und unterstütze mit diesem wichtigen Element der KPE Deinen Therapieerfolg. In unseren Blogbeiträgen findest du weitere Informationen zu einzelnen Sportarten. Viel Spaß bei der Bewegung!



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