Chirurgische Therapie

Es gibt Möglichkeiten, das Lymphödem, je nach Stadium und Ursache, operativ zu behandeln.

Beachte:

Gemäß medizinischer Leitlinie sollte jedoch vor einer operativen Therapie die konservative Therapie, ambulant oder stationär, für eine Dauer von mindestens sechs Monaten angewandt werden.

Eine operative Therapie sollte dann in Betracht gezogen werden, wenn der Leidensdrucks trotz ausreichender konservativer Therapie bestehen bleibt oder sogar größer wird oder wenn eine Zunahme von sekundären Gewebeveränderungen aufzuweisen ist. Die Chance einer operativen Maßnahme besteht darin, die Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Laut medizinischer Leitlinie zur „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ stehen verschiedene Vorgehensweisen zur Verfügung, wobei die  Methoden die den Lymphabfluss rekonstruieren bzw. wiederherstellen sollen im Vordergrund stehen. Weniger im Fokus stehen die Resektionsverfahren wie z.B. die Liposuktion beim Lymphödem. Operationsmöglichkeiten, die den Lymphabfluss rekonstruieren bzw. wiederherstellen.

 

LVA Lympho-Venöse-Anastomosen

Voraussetzungen:

Es wurde festgestellt, dass das größte Erfolgsversprechen vorliegt, wenn das Lymphödem noch im reversiblen Stadium (Stadium I-II) ist und das Gewebe noch nicht fibrotisch umgebaut ist. Es handelt sich hierbei oft um Patienten, die regelmäßig konservative Therapie erhalten und bei denen noch ein „Pitting“ sichtbar ist, das heißt, dass man mit dem Finger eine Delle eindrücken kann, die danach sichtbar bleibt. Das ist ein Zeichen dafür, dass der fibrotische Umbau noch nicht vollends stattgefunden hat.
Wenn der klinische Befund vorliegt, wird dann zunächst untersucht, ob die Lymphbahnen noch durchgängig und funktionsfähig sind. Wenn das der Fall ist, kann z.B. das rekonstruktive Operationsverfahren „Lympho-Venöser Anastomosen“ (LVA) angewandt werden.
 
Prinzip:

Lymphbahnen werden an kleinste Hautvenen angeschlossen werden, sodass die Lymphflüssigkeit über die Vene in den Blutkreislauf abfließen kann.

Wichtig:

Bei einem fortgeschrittenen Lymphödem (Stadium II – III) sind die feinsten Lymphbahnen meist schon narbig verschlossen, sodass dieses Verfahren wenig Erfolg bringt.

 

Mikrochirurgischer Lymphknotentransfer

Prinzip:

Gsunde, funktionsfähige Lymphknoten einer Körperregion entnommen und an die Stelle verpflanzt, an der die Lymphknoten entfernt oder durch eine Bestrahlung o.ä. beschädigt bzw. zerstört wurden. Es wird bei dieser Operation individuell entschieden, woher die Lymphknoten entnommen werden und wohin sie transplantiert werden.

 

Verpflanzung eines Lymphgefäßes

Hier wird ein Lymphgefäß am Oberschenkel entnommen. Anschließend wird dieses zur Überbrückung einer lokalisierten Lymphbahnunterbrechung am Ort des Lymphödems körpernah und körperfern mit den vorhandenen Lymphgefäßen verbunden.

Nach der operativen Therapie wird zunächst die konservative Therapie fortgesetzt und nach 6-12 Monaten je nach zunehmendem Lymphabfluss reduziert.

Der Erfolg bzw. die Verbesserung nach einer Operation ist beim Lymphödem schwer eins zu eins nachweisbar. Es können Messungen mit verschiedenen Methoden durchgeführt oder der Wassergehalt im Gewebe bestimmt werden. Allerdings ist dies von vielen begleitenden Umständen abhängig: Erhält der Patient weiterhin Manuelle Lymphdrainage? Trägt der Patient weiterhin eine Kompressionsstrumpfversorgung? Erfolgte die Messung vor oder nach der Lymphdrainage? Hat er an dem Tag gerade lange gestanden? Und, und, und...

 

Die Therapiewahl

Letztendlich sind gerade die Therapiewahl und die Indikationsstellung für den Behandlungserfolg eines Lymphödems ausschlaggebend. In einem individuellen Gespräch mit Deinem Facharzt sollte das besprochen und herausgefunden werden.

Weitere Informationen und Details zu den beiden operativen rekonstruktiven Verfahren findest Du in diesem Artikel der Lymphe & Gesundheit: (www.plastischechirurgie-solingen.de/artikel-bei-lymphe-gesundheit/)

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