Sport beim Lipödem

Auch wenn körperliche Bewegung nicht zur Heilung Deines Lipödems führen kann, solltest Du Dich unbedingt regelmäßig bewegen. So kann sich kein zusätzliches Fettgewebe ansammeln bzw. du kannst das bestehende reduzieren. Das Risiko, dass sich aus Deinem Lipödem ein Lip-Lymphödem entwickelt, ist durch regelmäßigen Sport deutlich geringer.

Was ist ein Lipödem?

Im Gegensatz zur Adipositas handelt es sich bei einem Lipödem um eine Fettverteilungsstörung. Das bedeutet, dass die Fettzellen nicht wie bei Übergewicht vergrößert sind und durch eine Ernährungsumstellung und Sport entleert werden können. Die Wissenschaftler sind sich noch nicht ganz einig, ob es sich bei einem Lipödem um eine Vergrößerung der Fettzellen, eine übermäßige Fettzellbildung oder eine Kombination aus beidem handelt. Durch eine erhöhte Durchlässigkeit der Kapillaren, kommt es zur übermäßigen Flüssigkeitsansammlung im Zwischenzellraum. Es entstehen Ödeme, Druck – und Spannungsschmerzen sowie eine Neigung zu Hämatomen.

Die Studienlage zum Training bei einem Lipödem sind nicht eindeutig. Einige Studien ergeben, dass Du genau die Stellen besonders trainieren solltest, an denen Dein Lipödem lokalisiert ist. Andere Studien kommen auf das Ergebnis, dass Lipödem-Patienten beim Training den Fokus nicht auf diese Stellen legen sollten, da das direkte „Lip-Fett“ dadurch nicht beeinflusst wird. Wichtig ist es, dass Du deinen gesamten Körper trainierst und so früh es geht mit Sport und einer gesunden Ernährung beginnst.

Zusammen mit deinem Therapiebegleiter solltest Du individuell für dich einen Therapieplan entwickeln. Es geht darum, Deine Energiebilanz (Verhältnis von Energieverbrauch und –zufuhr) zu betrachten. Dein Energieverbrauch sollte höher als die -zufuhr sein, wenn Du Gewicht reduzieren möchtest. Zunächst sollte dein Stoffwechsel angekurbelt werden und dann die Muskulatur aufgebaut werden. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining bietet ein optimales Training. Trage beim Sport dringend eine Kompressionsbandagierung oder flachgestrickte Kompressionstrümpfe. Der Lymphabfluss wird dadurch angeregt und ein Mikromassageeffekt erzeugt. Dies hat zur Folge, dass sich Druckempfindlichkeiten und Schmerzen reduzieren können. Bitte beachte, dass Schweiß Deine Kompressionsstrumpfversorgung angreifen kann. Damit die Garne nicht übermäßig strapaziert werden, empfehlen wir Dir eine ältere Versorgung für Deine sportliche Aktivitäten anzuziehen.

Welche Sportarten kann ich ausführen?

Gelenkschonende Sportarten wie z.B. auf Schwimmen, Yoga, Aquajogging, Aqua-Aerobic, Aquacycling, Radfahren, Faszientraining oder Walken sind zu empfehlen. Wassersportarten sind sehr gelenkschonend und bieten gleichzeitig eine Kompressionstherapie, da der Wasserdruck im tieferen Bereich höher ist als an der Wasseroberfläche. Gerade Sportarten in aufrechter Körperhaltung sorgen für einen optimalen Abfluss. Beim Nordic Walking wird durch die Pumpbewegung Deiner Hand und Deiner großen Laufschritte die Muskel-Venen-Pumpe effektiv trainiert. Abrupte Bewegungen wie z.B. beim Tennis können Deinem Körper eventuell nicht gut tun.

Grundsätzlich gilt immer: Jeder ist individuell und benötigt eine bestimmte Trainingsform. Bevor Du jedoch mit dem Sport beginnst, solltest Du mit deinem Therapiebegleiter Rücksprache halten, denn nicht alle Sportarten sind für jeden geeignet. Höre auf deinen Körper. Schaue, was dir Spaß bringt und was deinem Körper gut tut. Halte Dich stets an das Motto: „Langsam anfangen, langsam steigern!“ Beobachte Deinen Körper gut, Du kennst ihn am besten und stellst negative Entwicklungen am ehesten fest. Wenn Du Symptome wie Schmerzen, Schweregefühl, Kribbeln oder Unwohlsein während oder nach den Übungen bekommst, solltest du das Training abbrechen. Vielleicht hast Du zu viel Sport gemacht. Kontaktiere unbedingt deinen Therapiebegleiter.

Trainiere Dich glücklich!

Bei Kräftigungsübungen bietet es sich an, zunächst mit Deinem eigenen Köpergewicht zu arbeiten und langsam die Wiederholungszahl zu steigern. Erschwere das Gewicht nur in Absprache mit Deinem Therapiebegleiter. Die ausgewählte/n Sportart/en sollen dir Freude bereitet/n, um konstant beim Training zu bleiben. Durch sportliche Betätigung werden Glückshormone (Adrenalin) ausgeschüttet. Bei einem regelmäßigen Training wird das Selbstwertgefühl gesteigert, Gefühle wie Zufriedenheit und Ausgeglichenheit stellen sich ein.
Fordere Dich, Deine Krankheit und Deine Komfortzone heraus und unterstütze mit diesem wichtigen Element der KPE Deinen Therapieerfolg. In unseren Blogbeiträgen findest du weitere Informationen zu einzelnen Sportarten. Viel Spaß bei der Bewegung!

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