GESUNDE ERNÄHRUNG - DER FOKUS LIEGT AUF WOHLBEFINDEN

Neben Kompressionstherapie, Bewegungs- und Physiotherapietherapie, psychosozialer Therapie, Hautpflege und Selbstmanagement, ist das Gewichtsmanagement eine entscheidender Baustein für eine erfolgreiche Therapie des Lipödems. Abgesehen von chirurgischen Eingriffen bei ausgewählten Patienten, steht hier eine gesunde und, ausgewogene Ernährung im Vordergrund. Eine optimales Gewichtsmanagement ist bedeutsam, denn Adipositas (Übergewicht) ist ein entscheidender Trigger beim Lipödem. Außerdem kann die fortschreitende Adipositas zusätzlich zu einem Lymphödem führen. Somit kannst du mit einer Umstellung Deiner Ernährungsgewohnheiten kannst du aktiv den Verlauf Deines Lipödems und die damit verbundenen Symptome positiv beeinflussen.

Bisher ist die wissenschaftliche Studienlage zur Ernährung bei Lipödem-Patienten sehr dünn. Es ist jedoch eindeutig - eine Diät ist der falsche Therapieansatz. Um einen nachhaltigen Erfolg bei einer Gewichtsreduktion zu erzielen, geht es nicht um Verzicht, vielmehr um eine bewusste Ernährungsumstellung mit Freude und Genuss beim Essen. Eine positive Einstellung bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und der Gedanke „ich möchte etwas Gutes für mich tun“ sind die besten Voraussetzungen dafür. Kurzfristige Diäten sollten also in jedem Fall vermieden werden, sind sie doch wegen ihres häufigen Scheiterns fast immer mit einem Jo-Jo-Effekt verbunden.

Zusammen mit deinem Therapiebegleiter solltest Du individuell für dich einen Therapieplan entwickeln. Es geht darum, Deine Energiebilanz (Verhältnis von Energieverbrauch und –zufuhr) zu betrachten. Dein Energieverbrauch sollte höher als die -zufuhr sein, wenn Du Gewicht reduzieren möchtest. Daher sollte auch Sport oder moderate Bewegung unbedingt ein Teil deines Plans sein.

Ein zu hoher Spiegel des Bauchspeicheldrüsenhormons und eine daraus resultierende Bauchspeicheldrüsen-Resistenz (das Bauchspiecheldrüsenhormon wirkt nicht mehr richtig) sollte unbedingt vermieden werden. Dabei kommt es nämlich häufig zu einer Vermehrung des sogenannten viszeralen Fetts (Fett in der Bauchhöhle, das um die Organe liegt). Dies wiederum führt zu Entzündung, eine der Hauptursachen für den Schmerz beim Lipödem.

Um einen dauerhaft zu hohen Bauchspeicheldrüsenhormon-Spiegel zu vermeiden sind vor allem diese Maßnahmen wichtig:

  • Lasse ausreichend Pausen zwischen den Mahlzeiten (4-6 Stunden am Tag, mindestens 1 Stunde in der Nacht)
  • Vermeide viele kleine Mahlzeiten, insbesondere von Süßigkeiten, die den Blutzuckerspiegel schnell erhöhen
  • Iss vor allem „echte“ Lebensmittel und keine Fertiggerichte
  • Bevorzuge Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren (z. B. Lachs, Hering und Walnüsse, Leinsamen und deren Öle)

Grundsätzlich solltest du folgende praktische Tipps im Hinterkopf behalten:

  • Trinke mindestens 2 Liter täglich, bevorzuge hierbei Wasser. Ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sind aber ebenfalls geeignet.
  • Ernähre Dich vitalstoff- und enzymreich, nimm zusätzlich genügend Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe auf.
  • Wähle adäquate und gut verarbeite Lebensmittel aus, diese steigern Dein Wohlbefinden.
  • Achte darauf, dass Du Deine Muskulatur trainierst, denn so kannst Du Deinen Grundumsatz aufrecht erhalten

Tipps für eine ausgewogene und gesunde Ernährung:

  • Iss viel frisches Gemüse
  • Versuche gute Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst zu essen
  • Wenn Du gerne Fisch magst, eignet sich Seefisch sehr gut. Diesen kannst Du 1-2x pro Woche in Deinen Essensplan einbinden. Bevorzuge Kaltwasserfische wie Hering, Lachs oder Makrele
  • Esse nicht täglich Fleisch, auch pflanzliches Eiweiß ist wertvoll. Dadurch reduzierst Du gleichzeitig das Cholesterin
  • Du musst nicht vollständig auf Fett verzichten, versuche aber Fette in Fleisch, Wurst, Käse, Sahne und Süßigkeiten zu meiden. Bevorzuge ungesättigte Fette aus Ölen. Für das Kochen eignet sich sehr gut Rapsöl oder Olivenöl, für die kalte Küche kannst Du z.B. für Salate Walnussöl oder Leinöl verwenden.

Diese Hinweise ersetzen keine spezifische Ernährungsberatung. Hierzu solltest Du einen Ernährungsberater aufsuchen. Sie können Dir einen individuellen Ernährungsplan erstellen und Dich bei der Ernährungsumstellung beraten und unterstützen. Regelmäßige Rezeptideen findest du auch auf unserem Blog.

 

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